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	<title>Neuseeland Blog &#187; Papageien</title>
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		<title>Papageien, Sonne, Santa &#8211; Weihnachten 2010</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Jan 2011 07:13:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cloudy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Draußen schneit es, seit Tagen beginnt der Tag mit Schneeschippen, der Verkehr liegt fast still, in der Nacht fällt die Temperatur auf einen ungekannten Tiefpunkt. &#8211; So sah Weihnachten dieses Jahr in Deutschland aus. So ein bisschen neidisch waren wir ja, dass der Schnee liegen blieb und die Natur am Weihnachtsmorgen sogar noch einmal richtig [...]]]></description>
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<p>Draußen schneit es, seit Tagen beginnt der Tag mit Schneeschippen, der Verkehr liegt fast still, in der Nacht fällt die Temperatur auf einen ungekannten Tiefpunkt. &#8211; So sah Weihnachten dieses Jahr in Deutschland aus. So ein bisschen neidisch waren wir ja, dass der Schnee liegen blieb und die Natur am Weihnachtsmorgen sogar noch einmal richtig Neuschnee auflegte. Auf Facebook und per E-Mail sendeten alle Bilder von ihren eingeschneiten Autos, Schlittenfahrten und kuschligen Kaminöfen. Weihnachten war emotional wohl einer der schwierigsten Tage unserer Reise. Zum größten Teil taten wir einfach so, als wäre es ein ganz normaler Tag, um nicht zu traurig zu werden.<span id="more-1575"></span></p>
<p>Weil wir am Abend offiziell wieder zurück zu Anu und Jimmy ziehen sollten, ergriffen wir die letzte Gelegenheit und standen am Weihnachtstag um 5.00 Uhr morgens auf, mit der Hoffnung Kägurus oder Koalas zu sehen. Denn Jimmy hatte uns erzählt, dass diese Tiere im angrenzenden Busch am frühen Morgen zu sehen seien. Chris, der von Beruf Pilot und Google-Earth somit seine Lieblingscomputerprogramm ist, zeigte uns am Tag davor einen kleinen Bushwalk, auf dem wir eventuell ein paar Waldbewohner sehen würden. Hingerissen zwischen „durch den Wald schleichen, um Kängurus zu sehen“ und „möglichst auf uns aufmerksam machen, damit die Schlangen sich nicht erschrecken“ bewegten wir uns mehr oder weniger unauffällig durch den Wald, der noch zu Christian and Sharon&#8217;s Grundstück gehörte. Durch ein Tor gelangten wir immer tiefer in den Busch. Ab und zu hörten wir etwas, das Sprünge hätten sein können. Leider bekamen wir auch dem ganzen Rundgang keinen Hüpfer oder Kletterer zu Gesicht. Dafür aber auch keine Schlangen. Trotzdem machten wir eine tolle Entdeckung: In mehreren Bäumen saßen die unterschiedlichsten Papageien: grau mit pink, rot-grün-blaue, neongrüne etc. Was man sonst nur im Zoo sieht, fliegt hier also frei rum. Um noch mehr exotische Tiere zu sehen, gingen wir, als wir wieder zurück am Haus waren, auf die Wiese der Alpakas. Leider waren sie zu scheu, um mal ihr superweiches Fell zu berühren. Sharon gab uns später die Möglichkeit, in dem sie sie fest hielt, während sie uns viel über die Tiere erklärte, zum Beispiel, dass es nicht selten ist, dass zweigeschlechtliche Tiere geboren werden.</p>
<p>Nach dem Frühstück gingen die Vorbereitungen für die Weihnachtsparty los. Als wir gerade die Gartenstühle mit dem Gartenschlauch von Spinnen und Dreck befreiten, kam das Auto von Jimmy an und vier weitere Wwoofer unterstützten uns bei den Vorbereitungen. Mit vereinten Kräften standen schnell alle Tische und Stühle für über dreißig Leute unter dem großen Sonnendach auf der Terasse. Wir bereiteten Essen mit vor und die ersten Verwandten trafen ein, Nachbarn schauten kurz rein und Haus und Garten füllten sich langsam. Mit Tonnen von Eis wurden die Getränke in einer riesigen Plastikmuschel gekühlt. Bevor der Großteil der Gäste eintraf, aßen wir noch einen kleinen Snack zum Mittag. Alleine hier saßen wir schon zu vierzehnt an dem Tisch und verspeisten unmengen an Sandwiches, Salat und Käse. Mir war nicht klar, wie man 30 Gäste satt bekommen sollte. Die lezten zwei Wwoofer kamen mit Anu an, so dass wir nun zu zehnt die Gastgeber unterstützen konnten. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf: Die einen halfen, dass Essen um den Tisch zu bringen und den Leuten aufzutischen. Die anderen räumten danach ab und wuschen ab &#8211;  die Geschirrspülmaschine war leider genau an diesem Tag überfordert, so dass wir viele Teller einfach per Hand spülten. Mit so vielen Leuten ging alles erstaunlich schnell. Dennoch stellte sich bei mir das Gefühl an, eher zu arbeiten, als zu feiern. Aber das war ok, denn wir wollten Weihnachten ja sowieso etwas verdrängen. Die zwei französischen Wwoofer Gwenna und Christopher waren total schockiert, als alle Speisen zusammen auf einen Teller geladen wurden, nach ungefähr einer halben Stunde das Essen vorbei war und wir den Tisch abräumten. In Frankreich, erklärten sie uns, isst man mindestens vier Stunden und mehrere Gänge geordnet nacheinander.</p>
<p>Die zwei kleinen Jungs von Sharon und Christian waren die einzigen Kinder bei dieser Weihnachtsfeier und konnten die Spannung kaum aushalten, denn sie wussten, das „Santa“ am Abend mit jeder Menge Geschenke vorbei kommen würde (allerdings hatte ihnen auch schon ein unsensibler Erwachsener die Wahrheit über den Mann erzählt, jedoch schienen sie zwischen Glauben und Zweifel hin und her gerissen zu sein). Tatsächlich klingelte, als sich alle nacheinander im riesigen Wohnzimmer versammelt hatten, eine Glocke und ein rotweißer Weihnachtsmann kam ins Zimmer. Die Kinder bemerkten nicht, dass es ihr Stiefopa war und auch nicht, dass dieser den Geschenkesack vergessen hatte. Zum Glück gab es die Weihnachtsmannhelferin die den Sack artig hinterhertrug. Nacheinander wurde jedes Familienmitglied aufgerufen, musste sich auf Santas Schoß setzen und ein Weihnachtslied singen. Irgendwer war so weitsichtig und brachte eine aktuelle Zeitung mit, die die gebräuchstlichsten englischen Wiehnachtslieder angedruckt hatte. „Jingle Bells“ und „Rudolph the red-nosed reindeer“ erklangen trotzdem des öfteren. Niemand musste wirklich alleine singen, immer stimmte ein Großteil der Familie mit ein, so dass auch die schiefsten Stimmen übertönt wurden. Eine Abwechslung stellten Anus Familienmitglieder dar, die estländische Weihnachtslieder vortrugen. Die klangen durchweg ein wenig traurig. Die beiden französischen Wwoofer mussten einzeln nach vorne und sangen jeder ein sehr schönes französisches Weihnachtslied. Wir deutschen Helfer überlegten fieberhaft, wie die Texte unserer Lieder gingen und stimmten uns ab, um ja nicht alles doppelt zu singen. Doch wir hätten uns gar keinen Stress machen müssen, denn wir wurden alle auf einmal nach vorne gerufen. Jere und ich sangen „Drauße&#8217; im Wald (hat&#8217;s a kloins Schneele g&#8217;schneit)“, ein schwäbisches Winterlied. Alle zusammen sangen wir dann noch „Kling Glöckchen (klingelingeling)“ und bekamen jeder eine  verpackte Tüte Schokobonbons vom Santa höchstpersönlich in die Hand gedrückt.</p>
<p>Nach der Bescherung machte sich Santa vom Acker und wir bereiteten die Desserts vor. Die größte Aufgabe dabei war, den Küchentresen leer zu bekommen und zu halten, damit wir die Kuchen, Puddings und anderen Süßspeisen dort verteilen konnten. Dies war so schwer, weil nun auch alle anderen Geschenke unter dem Baum auf die Gäste verteilt wurden und jeder den von uns geschaffenen Platz als ideale Ablage ansah. Natürlich gab es „Pavlova“, eine Eischnee-Zucker-Speise mit Früchten, um deren Erfindung sich Neuseeländer und Australier streiten. Außerdem hatten einige Gäste englischen „Pudding“ (komischer Kuchen) und undefinierbare andere süße Speisen mitgebracht. Nachdem alles stand, eröffnete irgend jemand das Buffet und wir schlugen uns die Bäuche voll, bevor wir im Abwaschmarathon alle Teller und Schälchen abwuschen. Nach dem Dessert verabschiedeten sich alle Gäste relativ schnell, so dass um zehn schon so gut wie alles zu ende war. Wir räumten die Terasse auf und freuten uns auf das Resteessen am nächsten Tag.</p>

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		<title>Athur&#8217;s Pass, Greymouth und der Goldrausch</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 10:37:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cloudy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über den „Arthurs Pass“ fuhren wir nach Greymouth. Der Pass ist benannt nach Arthur Dobsen, der den Pass, als an der Westküste das erste Gold gefunden wurde, für die „westliche Welt“ entdeckte. Die Maori kannten den Pass zum Westland schon seit einer Ewigkeit. In Reiseführern wurde uns immer wieder die Bahn nahe gelegt, deren Strecke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über den „Arthurs Pass“ fuhren wir nach Greymouth. Der Pass ist benannt nach Arthur Dobsen, der den Pass, als an der Westküste das erste Gold gefunden wurde, für die „westliche Welt“ entdeckte. Die Maori kannten den Pass zum Westland schon seit einer Ewigkeit. In Reiseführern wurde uns immer wieder die Bahn nahe gelegt, deren Strecke meist direkt neben der Straße verläuft. Aber zum einen ist die Bahnfahrt relativ teuer, wie alles, was hier hauptsächlich für Touristen angeboten wird und zum Anderen wollen wir eine Weile an der Westküste verbringen und flexibel sein.</p>
<p><span id="more-520"></span>Also packten wir in Christchurch unsere Rucksäcke, kauften eine Kühltruhe, Kisten, Grundnahrungsmittel und Dosenessen (das Essen auf dem Pass soll sehr teuer sein) und fuhren mit unserem süßen kleinen Van ins hohe Gebirge. Christchurch machte uns den Abschied nicht all zu schwer, denn das erste Mal seit wir da waren, regnete es tagsüber. Als die ersten großen Steigungen zu sehen waren, zweifelten wir zugegebenermaßen an unserem Auto, aber es ist stärker als es sich anhört und schaffte jede Steigung zumindest im zweiten Gang. Auf dem Rückweg sollten wir vielleicht eine andere Strecke nehmen, denn die Abfahrten waren teilweise wirklich furchteinflößend. Der Pass ist wirklich schön, wobei Thomas und ich einen Teil davon verschlafen haben und laut Jere das wohl der beeindruckendste Abschnitt war. Vielleicht erzählt er euch ja noch davon.</p>
<p>Zwischendurch hielten wir noch in einem kleinen Restaurant, riesig, aber völlig einsam mitten im Nirgendwo und wollten ein leckeres Stück Käsekuchen essen. Leider schmeckt hier vieles ganz anders und nicht immer besser, als in Deutschland. Der Kuchen war auf jeden Fall nicht so lecker, dafür aber die heiße Schokoladen mit Marshmallows. Weiter ging es auf dem Pass zu verschiedenen Aussichtsstellen, an denen Busse mit Touristen hielten. An einem war neben der Landschaft etwas anderes noch viel interessanter: unsere ersten wilden großen Vögel: 3 grün-rote Papageien, Keas genannt, die in der Nähe der Menschenmeute nach etwas Essbarem suchten.</p>
<p>Auf dem Arthurs Pass liegt mitten in den Bergen der höchste Ort Neuseelands, der gleichnamige Ort Athur´s Pass mit 63 Einwohnern. Wir hatten uns die Option offen gelassen, dort ein paar Nächte zu verbringen und eine der Wanderungen in den National Park zu unternehmen. Der Ort an sich ist jedoch weniger beeindruckend als der Pass und wir entschieden spontan, gleich bis an die Westküste weiter zu fahren. Vielleicht hat Jere auch einfach das Fahren zu viel Spaß gemacht und Thomas und ich hatten den Gedanken des Wanderns noch nicht ganz mit unserem Wesen in Einklang bringen können.</p>
<p>Während meiner Wachphase konnte ich das erste Mal während unserer Reise einen Teil der neuseeländischen Natur beobachten. Es ist hier ganz anders, als an allen Orten, die ich bisher gesehen habe. Die flachen Landschaften sind noch relativ ähnlich den deutschen Landschaften, nur dass das Grass hier häufig golden ist (vielleicht wegen des Spätsommers?) und die Feldeingrenzungen bestehen aus lustigen Bäumen, die wie Hecken geschnitten sind. Sie sind so dicht, dass schon nach wenigen Zentimetern Dunkelheit herrscht. Diese Bäume finden sich auch hier an der Westküste überall, nur dass sie hier an der Erde den Hang hinauf wachsen und zusammen mit dem Farn einen weich aussehenden dichten Teppich über den Hängen bilden. Auf diese Weise sehen manche Hügel aus, wie ich sie mir im Norden Europas (Finnland, Schweden) vorstelle. Witziger Weise liegt dann direkt gegenüber ein Berg, der aussieht, wie an der Südsee: Die Farne können hier exakt wie Palmen aussehen: brauner Stamm und oben heraus die Farnwedel. So steht der Südesee-Palmen-Farnwald dem nordischen Hangwuchs gegenüber. Teilweise sind wir Straßen entlang gefahren, an dessen Seite der Urwald direkt anzufangen scheint. Man kann nicht einen Meter hinein schauen. Eine Zeit fand ich die niedrigen Bäume richtig gruselig. Das lag daran, dass sie zum Teil weiße Stämme haben, von denen irgendetwas abfasert. Das sieht dann aus wie Spinnennetze, zusammen mit einem grauen Himmel und etwas Nebel ist das die perfekte Kulisse für Jurassic Park. Ehrlich: Es hätte aus den Farnenwäldern ein T-Rex herauslaufen können und es hätte irgendwie ins Bild gepasst. Dem satten Grün der Farne, wenigen Bäumen, den Sträuchern und Wiesen stehen auf dem Arthurs Pass die breiten grauen Flussbetten, durch die nur sehr dünne Rinnsale fließen, mit ihren roten und orangenen Steinen gegenüber.</p>
<p>Wir fuhren also weiter durch den Pass bis zur größten Stadt der Westküste Neuseelands: Greymouth (10.000 Einwohner). Die Einwohner sieht man der Stadt nicht an. Sie zieht sich die Küste entlang, doch der eigentliche Kern ist nur 300 mal 300 Meter, so kommt es einem vor. Nur 1% der Neuseeländer lebt hier im Westland. Kein Wunder, denn selbst die Maori fanden hier nicht viel, dass sie hielt. Ihre traditionelle Nahrung ließ sich hier nicht anbauen und Fischfang ist bei der gefährlichen See sicherlich auch nicht leicht. Die Tasmanische See peitscht hier in langen 2-3 Meter hohen Wellen gegen das Land, wie wir am ersten Abend gleich bestaunen konnten. Die riesigen Wellen und der gewaltige Rücksog sind zu gefährlich zum Schwimmen. Die Wolken bleiben auf dieser Seite oft vor den Bergen hängen und der Wind ist kalt, die Hänge zu steil für Landwirtschaft. Es scheint fast, als wollte die Natur hier keine Menschen und so sind die Grundstückspreise niedriger als sonst auf der gesamten Insel. Generell ist mein Eindruck von Neuseeland bis jetzt: Hier herrscht noch zum größten Teil die Natur und die Menschen haben sich nur einige Nischen hineingeschlagen und versuchen diese zu verteidigen. Es würde mich nicht wundern, wenn unter manchen Farnwäldern ganze alte Goldgräberdörfer versteckt wären. Denn der Grund, wieso hier überhaupt gesiedelt wurde, war das Gold. In dieser Zeit schossen hier die Dörfer aus dem Boden, doch innerhalb von 3-4 Jahren war das Gold weg und die Städte starben wieder aus.</p>
<p>An unserem zweiten Tag hier, nachdem wir am ersten mit dem Fahrrad die „Stadt“ erkundeten, lasen, Jere und Thomas ihre Liebe zum Schach entdeckten, fuhren wir in das ehemalige Goldgräberstädtchen Blackball. Wir hatten die Wahl zwischen „Shantytown“, einem nachgebauten Touristen-Goldgräberstädtchen, das Eintritt kostet und einem Original. Wir entschieden und also für Blackball, dass nordöstlich von Greymouth, wieder ein Stückchen zurück in den Bergen liegt. Ich weiß nicht genau, was ich erwartet hatte… Männer mit Hüten und dreckverschmierten Gesichtern (wie Kohlebergleute) und eine wimmelnde Westernstadt in der alle den Goldrausch in den Augen haben, Saloons und Pferde? Nein, irgendwas hatte ich erwartet, aber nicht das: Blackball ist ein nahezu ausgestorbenes Dorf mit alten Blechhütten oder Häusern in der hier typischen Leichtbauweise, ein paar Trinkern und Jugendlichen (die armen Kinder!). Berühmt ist die Salami Co.: Wir hatten eine kleine Fabrik erwartet, tatsächlich war es ein kleiner Fleischer, bei dem es sehr wenig Fleisch gab und der Geruch hat uns davon abgehalten, überhaut etwas zu kaufen. Die andere Sehenswürdigkeit in Blackball ist das „(formerly) Hilton Hotel“, dass tatsächlich Ärger mit der Hilton-Hotelkette bekam und so dass Holzschild „Formerly“ über ihrem Namen anbringen mussten. Dieses Haus ist wirklich schön, wie ein altes Westernhaus. Ansonsten war im Dorf nicht mehr viel zu sehen. Vor einem Haus, ich glaube, es war eine Art Entzugsklink, stand eine Tafel in Herzform, auf der übersetzt etwas stand, wie: „Blackball ist mehr als 3 Pubs und Alkoholiker, gehen Sie hinaus und erleben Sie das wirkliche Blackball.“ Das taten wir dann auch und fuhren einfach an einer Seite des Dörfchens immer weiter bis eine Schutterpiste einen kleinen Hang hinab führte. Jere und ich sprachen Thomas viel Mut zu und er stürzte uns mit dem Van den steilen Hang hinunter. Unten angekommen, hörte die Straße auf und ein Schild mit einem roten Totenkopf stand vor unserem Auto. Erst dachten wir, dass hier vielleicht eins der berüchtigten Moore anfing, aber beim studieren des Schildes fanden wir heraus, dass es nur davor warnte 10cm große grüne Kapseln anzufassen, die hier überall rumlägen, als Gift für die hier plagenden Opossums. Wir fassten also keine Kapseln an und gingen ein Stück weiter, bis zu einem Fluss. Genau so hatte ich mir die Goldgräberflüsse vorgestellt: Tausende Steine, flaches schnelles Wasser. Wir sprangen von Stein zu Stein (also vor allem ich) und schauten nach jedem glitzernden Etwas, dass im Wasser funkelte. Das Goldrauschgefühl kann ich schon ein bisschen nachvollziehen. Es ist wie ein Glücksspiel, vielleicht befindet sich ja genau unter dem oder dem anderen Stein vor mir ein riesiger Klumpen Gold. Es ist schwer, da seinen Blick auf die restliche beeindruckende Landschaft zu lenken. Wir gingen/kletterten noch ein bisschen flussabwärts und kehrten dann schließlich um, zurück zum Bus. Der schwerste Teil war nicht die Bergabfahrt gewesen, sondern: Wie kommen wir die Schotterpiste wieder hoch? Aber unser kleiner Van hat ohne viel Durchdrehen der Räder den Berg im ersten Gang erklommen. Auf dem Rückweg über die Landstraße kam uns plötzlich der Gedanke, dass wir ja alles dabei hatten, um das Auto endlich einmal anzumalen. Wir bogen also in die nächste Schotterstraße ein und hielten an deren Ende. Dann klebten wir die Fenster, Türgriffe und Stoßstangen ab, so dass wir mit der Sprühdose den Lack auftragen konnten. Unsere Zeitung reichte nur für eine Seite und auch 1 ¼  von 2 Sprühdosen sind schon leer, so dass wir jetzt erstmal mit einem einseitig gelben Van herumfahren. Jeder Lackierer hätte sicher die Hände über den Kopf zusammengeschlagen, als wir keine Geduld mehr hatten und die Farbe trocken fuhren. Jetzt hat sie kleine Boppel überall, aber wir gucken einfach nicht so genau hin. Der Van sieht auf jeden Fall um Jahre jünger aus mit seinem neuen Anstrich, der im schönen Kontrast zu den schwarzen Gummis am Fenster leuchtet. Ich freu mich schon drauf, den Rest anzumalen, vorher brauchen wir noch Farbe und Zeitung.</p>
<p>Zurück in Greymouth machten wir es uns wieder in unserem schönen Hostel gemütlich: das Global Village! In unserer BBH-Hostelbroschüre hat es eine sehr hohe Wertung und dies mit Recht! In unserem Hostel in Christchurch haben uns alle gesagt, dass wir Glück mit dem Hostel dort haben, aber das hier ist noch einmal um Welten cooler. Alles ist in afrikanisch/asiatischem Stil gehalten: Alle Wände sind in leuchtenden Farben gestrichen, überall stehen handgeschnitzte Figuren und hängen Masken aus dunklem Holz, Stoffbilder und Holzschilder. Zu unserem Zimmer gelangt man durch das „Wohnzimmer“, einem großen Raum mit hoher Decke. An der langen Seite steht ein Ofen, davor im offenen Viereck stehen gemütliche Couchen. Überall gibt es bequeme Stühle, Instrumente, ein viel genutztes Schachbrett und eine Reihe Computerplätze, die das Bild jedoch nicht stören. Die Gemeinschaftsküche ist riesig, mit einer Kochinsel in der Mitte, vielen Back- und Abwaschmöglichkeiten, einheitlichem Geschirr und allen Kochutensilien, die man so braucht – fast schon zu nobel für eine Hostel-Küche! Jetzt gerade bäckt unser Bier-Brot in einem der Öfen. Bin mal gespannt, ob das was wird. Unser Zimmer ist auch toll, wie ihr auf den Videos sehen könnt. Eigentlich ein Vierbettzimmer, aber nur von uns dreien belegt: gelbe Wände, ein Doppelstock und ein großes Bett, Holzmasken, Bilder und hölzerne Nachttische mit Stoff-Korb-Lampen, das schönste finde ich, ist jedoch die Holzstange, die von zwei geschnitzten Figuren gehalten wird und auf der man alles möglich aufhängen kann. Dann haben wir auch noch das Privileg, einen großen Balkon mit Ausgang zu einem Steg zu haben, der direkt in den Garten führt, in dem ein Gasgrill, Kajaks, Fahrräder (Helme sind hier Pflicht, sonst wird’s teuer bei der Polizei) und ein Whirlpool steht. Alles haben wir bereits ausprobiert. Die Jungs sind gerade zudem im Fitnessraum. Heute Vormittag paddelten wir mit den Kajaks den kleinen Fluss hoch und über einen See, anschließend waren Jere und ich im Whirlpool (Thomas ist nicht so die Wasserratte, dem hat das Bootfahren gereicht) und heut Abend grillen wir wieder. Diesmal mit zwei anderen Mädels, die schon Erfahrung mit Woofing gemacht haben. Da bin ich ja mal gespannt!</p>

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		<title>Auf zur Westcoast</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 05:52:31 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach unserem einwöchigen Aufenthalt und der Eingewöhnungsphase in Christchurch ging es am Donnerstag auf zur Westküste Neuseelands über die Southern Alps und den Athur&#8217;s Pass nach Greymouth, der größten Stadt an der Westcoast.</p>
<p>Hier gibts das Video zu dieser Bewährungsprobe für Auto und Land:</p>
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