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	<title>Neuseeland Blog &#187; Wwoofing</title>
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		<title>Pinata, Shampoo und Yum Cha</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Jan 2011 02:20:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cloudy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Europa kommen wohl höchstens die Finnländer am ersten Januar nach einer heißen Saune in den Genuss, in der freien Natur in ein Wasserloch zu hüpfen. Hier in Australien war das an einem solchen heißen ersten Tag des Jahres nur die logische Folge: Nachdem wir in unserem Camper (der immernoch schräg und in der Sonne [...]]]></description>
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<p>In Europa kommen wohl höchstens die Finnländer am ersten Januar nach einer heißen Saune in den Genuss, in der freien Natur in ein Wasserloch zu hüpfen. Hier in Australien war das an einem solchen heißen ersten Tag des Jahres nur die logische Folge: Nachdem wir in unserem Camper (der immernoch schräg und in der Sonne stand, auch wenn wir Jimmy gebeten haben, ihn umzustellen) von der sich entwickelnden Hitze aufwachten, ließen wir den Tag ganz ruhig angehen. Anu und wir erzählten uns gegenseitig von unserem letzten Tag des Jahres und Anu fragte uns, ob wir am Nachmittag noch einmal Lust hätten, zum Wasserloch zu wandern. Erst dachten wir an den steilen Hang und was für eine Qual das bei der steigenden Hitze sein möge, aber das kalte Wasser und der natürliche Sprungturm waren dann doch zu verlockend. Außerdem freuten wir uns darauf, Sharon, die Kinder und die Franzosen wieder zu sehen. Es stellte sich heraus, dass die Franzosen zuhause geblieben waren und das ihr letzter Tag bei Chris und Sharon war.</p>
<p>Also kletterten „nur“ wir Helfer (Caro, Freddy, Lena, Carina, Tina, Anja und Katrin(?), Harry, Jere und ich) zusammen mit Sharon, Tommy, William, Jimmy, Anu und Will (Jimmys Sohn) den steilen Hang zum Wasserloch hinunter und erfrischten uns in dem kühlen Nass. Das Wasser war viel wärmer als beim letzten Mal, was dem Genuss jedoch nicht schadete. Ein paar Mal sprangen wir außerdem von der Klippe, ich probierte einen Salto und kam heil unten an, was Jimmy sehr beeindruckte und ihn in seinen scherzhaft gemeinten Machosprüchen etwas einschränkte. Nach genug Abkühlung kletterten wir den steilen Hang wieder hoch. Diesmal ging es erstaunlicherweise schon viel einfachen.<span id="more-1615"></span></p>
<p>Am Abend versammelten sich noch mal alle Helfer zusammen mit Will, der eine Beziehung mit einer der Helferinnen angefangen hatte, im „Beeshed“. Das Beeshed war ein geräumiger Schuppen, in dem auf der einen Seite der Honig verarbeitet wird, auf der anderen steht ein Bett, ein Schreibtisch und eine Couch. Diesen Raum nutzt Will als sein Zimmer, wenn er seinen Vater Jimmy besucht. Der Raum war sehr gemütlich und wir zeigten uns auf Wills riesen Fernseher einige Bilder von Neuseeland, Australien und insbesondere Silvester. Jere ließ das Feuerwerk noch einmal laufen. Die anderen hatten es von ihrer Position im botanischen Garten der Bäume wegen nicht ganz gesehen und staunten nun über die Aussicht, die wir hatten. Am nächsten Tag reisten Anja, Tina, Lena und Carina ab, ebenso gingen auch Katrin und Harry, so dass wir Helfer nur noch zu viert waren und Jere und ich unser altes Zimmer wieder beziehen konnten.</p>
<p>Die Arbeit war eher locker. Wir versuchten zwar jeden Tag 4 Stunden zusammen zu kriegen, aber letztendlich merkt ja eh niemand, ob wir gearbeitet hatten. Zumindest kam nie irgendein Kommentar. Was wir alles so gemacht haben:<br />
 Haus aufgeräumt (fast jeden Tag, denn die Familie lässt alles überall stehen. Lustigste Episode: Dan, 18 jähriger Sohn von Anu kommt in die Küche, als ich dort grad putze, holt alle Teeboxen aus dem Schrank, macht sich einen Tee und lässt alles so stehen. So ungefähr könnt ihr euch unser hinterhergeputze vorstellen. Die Familien steht vom Essenstisch auf und setzt sich vor den Fernseher, wir machen sauber. Am nächsten Morgen räumen wir die jeden Tag ausnahmslos auf dem Klavier stehenden Weingläser weg.), Tomaten und Kartoffeln geerntet (Kistenweise!) und geputzt, Nägel aus Planken gezogen, Honig abgefüllt (sehr klebrig, sehr lecker! Heißes Wasser wirkt Wunder), Honigproduktionsumgebung sauber gemacht, Sand geschaufelt, Toilette installiert (Jere, der Handwerker), gekocht und vieles mehr.</p>
<p>Caros Geburtstag rückte näher und Freddy, Jere und ich zerbrachen uns den Kopf, was wir dafür vorbereiten könnten. Anu bot an, ein paar Lebensmittel für Caro einzukaufen und sie entschied sich, dass wir griechisch grillen sollten. Freddy, Jere und ich ließen uns im Einkaufszentrum von herumstehenden (allerding hässlichen und überteuerten) Pinatas inspirieren. Wer nicht weiß, was das ist: Figuren aus Pappmaché, die mir Süßigkeiten gefüllt und aufgehangen werden. Das Geburtstagskind rennt dann mit einem Knüppel in der Hand und verbundenen Augen herum wie beim Topfschlagen und muss versuchen, das Ding zu zerstören, um an die Süßigkeiten zu kommen. Wir beschlossen also, eine eigene Pinata zu bauen und kauften nur die Süßigkeiten zum Füllen. Zuhause angekommen, machten wir uns gleich ans Werk und bauten eine Hunde-Drachen-Ungeheuer-Pinata. Wir versteckten sie in Freddys Zimmer und hofften, das Caro es dort nicht entdeckt.</p>
<p>Am Tag von Caros Geburtstag bereiteten wir ein Festessen zu: Gemüse mit Guarkamole- und Sauercremekräuterdipp, Knoblauchbrot (die Pizza Bar Version), Tsaziki, gegrilltes leckeres Fleisch und Gemüse und vieles vieles mehr. Wir hängten noch ein Happy Birthday Schild mit Lustballons auf und die Party konnte beginnen. Caro fand ihre Piniata auch mit zugebundenen Augen, wobei verbundene Augen und ein Knüppel in der Hand nicht bei jedem eine gute Idee wären. Anu und Jimmy genossen das gekochte Mahl und Jimmy aß fast alle Knoblauchbrötchen alleine.</p>
<p>Am selben Tag, der nachts mit Brownies angefangen hatte und mit viel Essen aufhörte, stieß Ronja zu unserer Gruppe hinzu, die später mit Caro weiter reisen wollte. Sie war ebenfalls ein Scheidungskind, wie wir schnell rausfanden, so dass wir alle fünf „Therapiegespräche“ abhielten, wie wir sie scherzhaft nannten. Dazu saßen wir, wenn Anu und Jimmy einmal wieder ausgeflogen waren, alle in den bequemen Sesseln und redeten über unsere verschiedenen Geschichten. Wir entdeckten viele Gemeinsamkeiten, manches war traurig, aber wir hatten auch einigen Spaß.</p>
<p>An einem Tag hieß es dann, dass wir in Jimmys Shampoofabrik mithelfen sollten. Wir standen alle früh auf, doch Jimmy war schon weg und so beschäftigten wir uns an dem Tag anders. Am nächsten standen wir noch früher auf und diesmal klappte alles und wir fuhren zusammen mit Will und Dan in die Fabrik. Die sah aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Wir hatten das schon ein wenig erwartet, denn: Zum einen hatten und Caro und Freddy vorgewarnt, die schon einige Tage dort verbracht hatten, zum anderen haben Jimmy und Anu mal bei einer Reality Show mitgemacht und uns die DVD davon gezeigt: Die Fernsehshow war über Paare, die sich im Alter kennen- und liebenlernen. Wie alle Realityshows wurden die zwei ganz schön fertig gemacht, was sie aber anscheinend nicht so richtig wahrgenommen haben. Jimmy wurde als der planungslose, schnarchende, faule Messi dargestellt und Anu als die naive vorsichtige Opferfrau, die versucht, ihren Mann zu ändern. An einer Stelle wurde dann die Fabrik gezeigt und eine Hilfsaktion der Familie gestartet, dort etwas Ordnung reinzubringen.</p>
<p>Als wir die Fabrik betraten, sah alles wieder so zugemüllt aus, wie vorher. Den ganzen Tag über beschäftigten wir uns mit dem Aufräumen des Eingangsbereiches. Ich spülte hundert große Shampoo- bzw. Conditionerbehälter, was ziemlich schweißtreibend bei der Hitze war. Das Shampoo schäumte wie verrückt und war deswegen schwer aus dem Container zu gießen und der Conditioner hatte aufgrund seines Alers schon eine waxähnliche Struktur und war nur mit heißem Wasser und viel Schütteln zu lösen gewesen. Die anderen schrubbten Regale, Böden und räumten auf, so dass ein Teil der Fabrik wirklich toll aussah&#8230;fragt sich nur, wie lange.</p>
<p>An einem Tag beschlossen Jere und ich, die Stadt etwas besser kennen zu lernen. Mit einem Studententagesticket (eigentlich nur für Studenten aus New South Wales, aber man kommt beim Kontrolleur wohl davon) fuhren wir in die Stadt und besuchten „Paddys Market“, eine riesige Markthalle mit ganz viel asiatischem Billigkram, aber auch einigen Schnäppchen wie Australische Lederhüte, preiswertes Obst und Haarverlängerungen. Anschließend liefen wir noch durch „Chinatown“ und setzten uns in das erste Restaurant hinter dem kunstvoll verziertem Tor. Was wir nicht mitbekamen und auch noch nicht kannten: Hier herrscht das Yum Cha Prinzip. Und so waren wir erst mal verwirrt, als Kellner mit Tablettes voll Teller mit den kleinen Speisen durch die Gegend liefen, jedes Mal an unserem Tisch stoppten und fragten, ob wir etwas davon haben wollten. Erst fühlten wir uns mächtig gestört und dachten, wir seien in eine Touristenfalle getappt. Doch dann bekamen wir mit, wie es funktionierte: Man nimmt sich einfach das, was einem zuspricht, und Kellner machen einen Stempel neben dem entsprechenden Preis auf einem Zettel, der auf unserem Tisch lag. Am Ende hatte wir vier kleine Teller mit gebratenen Nudeln und verschiedenem Fleisch in Soße. Mir hat es nicht besonders gut geschmeckt, weil an dem Fleisch noch alle Sehnen und Fett hing und manches etwas muffig schmeckte. Doch die Erfahrung an sich war ganz witzig, als wir uns dran gewöhnt hatten.</p>
<p>Nach dem Essen trafen wir uns mit Freddy, die in einem Hotel zwei Tage in der Woche putzte, um etwas Geld zu verdienen. Wir schlenderten noch über den Markt an „The Rocks“, einer bei Touristen beliebten Einkaufsstraße mit netten kleinen Lädchen. Anschließend liefen wir etwas auf der Harbour Bridge herum und genossen die Aussicht auf Sydney. Bevor Freddy zu Anu und Jimmy zurück fuhr, um noch etwas zu arbeiten, schlürften wir noch einen leckeren Fruchtdrink auf einer Bank am Wasser und schauten den Booten zu. Jere und ich hatten noch nicht genug von der Stadt und sprangen auf eine Fähre, die diesmal in die andere Richtung, nämlich unter der Harbour Bridge hindurch fuhr in Richtung Darling Harbour, so dass wir die andere Seite Sydneys auch einmal vom Boot aus sahen. Wir könnten jeden Tag hier auf den Fähren herumkurven und hätten immernoch Spaß daran, die Häuser der Reichen, die Yachten und die Skyline zu bestaunen.</p>

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		<title>Hilfe, alles giftig!</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 12:46:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cloudy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit dem größten Passagierflugzeug flogen wir unsere kürzeste Strecke auf dem Weg nach Deutschland. Wie gerne würde ich mal in die andere Etage des Airbus A380 hineinschauen. Wenn man einsteigt, kann man nur kurz einen Blick die Treppe hinaufwerfen, an deren Ende zwei relaxt gekleidete asiatische Flugbegleiterinnen standen, in der Mitte ein Spiegel, davor ein [...]]]></description>
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<p>Mit dem größten Passagierflugzeug flogen wir unsere kürzeste Strecke auf dem Weg nach Deutschland. Wie gerne würde ich mal in die andere Etage des Airbus A380 hineinschauen. Wenn man einsteigt, kann man nur kurz einen Blick die Treppe hinaufwerfen, an deren Ende zwei relaxt gekleidete asiatische Flugbegleiterinnen standen, in der Mitte ein Spiegel, davor ein Tisch mit Pflanze. Es wirkte, als wäre da oben ein Wellnesshotel mit komplettem Service. Wir haben gleich mal nachgeschaut, ob wir genug Flugmeilen haben, um eine Strecke aufzuwerten, aber das wird wohl nicht klappen. Unsere Sitze waren aber auch sehr komfortabel und das Unterhaltungsprogramm beinhaltete aktuellste Filme wie z.B. „Salt“.</p>
<p>Direkt vor dem Start wollte sich wohl auch das neuseeländische So-ein-Zufall-Phänomen noch einmal beweisen: Als wir den engen Gang entlang zu unserem Sitzplatz liefen, rief auf einmal jemand „Jere“ und plötzlich saß da ein paar Sitze weiter Julia, Flo&#8217;s (Bob&#8217;s) Freundin. Eigentlich wäre sie, wie sie uns gleich erzählte, schon früher nach Sydney geflogen und wollte dort ein paar Tage verbringen. Sie ließ ihren ersten Abschnittsflug verfallen, weil sie von einer anderen Stadt aus nach Sydney fliegen wollte. Die Fluggesellschaft hat ihr dann den restlichen Flug gekündigt, weil sie ihn nicht angetreten hat und sie musste ewig rumtelefonieren. Und wie der Zufall das so wollte, saß sie ein paar Plätze hinter uns. Wenn sie in einem anderen Abschnitt gesessen hätte, wären wir ihr gar nicht begegenet, aber ein letztes Mal: Das ist halt Neuseeland.<span id="more-1573"></span></p>
<p>Über Sydney herrschte reger Flugverkehr und wir flogen Kreise über der Stadt. Später erfuhren wir, dass sie in Sydney Landebahnen wegen des Fluglärms schließen, wenn der Wind ungünstig steht. So kamen wir dann mit reichlich Verspätung auf dem australischen Kontinent herunter. Es wurde schon dunkel als wir unser Gepäck bekamen und durch die weiteren Kontrollen (Schlamm am Schuh, Lebensmittel: Honig) gingen. Direkt am Flugplatz ist eine S-Bahn-Haltestelle, so dass wir sofort weiterfahren konnten. Die Reise war jedoch trotzdem etwas schwierig für mich, weil ich immernoch Schmerzen im Rücken hatte und schon das Laufen ohne Rucksack weh tat. In der Bahn stellten wir dann fest, dass die australische Handykarte, die wir mit einem anderen Reisenden gegen eine neuseeländische getauscht hatten, nicht funktionierte und Jere beim letzten Update seines Handys die Telefonnummer von der Gastfamilie verloren hatte. Das Handy ließ sich zum Glück zurücksetzen und an der Zielhaltestelle gab es ein Münztelefon. Wir riefen also Jimmy an und er holte uns vom Bahnhof ab. Schon während der Fahrt merkten wir, dass er ein offener gutherziger Typ ist, der gerne Leute um sich hat. Er erzählte uns gleich, dass er mehreren Reisenden zugesagt hat, sie über Weihnachten und Silvester zu beherbergen. Einige davon waren schon einmal da und wollten die Feiertage bei bekannten Gesichten verbringen. Von Anu, seiner Frau, erfuhren wir auch gleich, dass wir wahrscheinlich nach zwei Tagen an ihren Sohn Christian und seine Familie ausgeborgt werden, um den anderen Wwoofern Platz zu machen. Ich fühlte mich erst ein wenig abgeschoben, aber alles ging einen guten Weg.</p>
<p>Während der Nacht und als wir an unserem ersten Morgen aufwachten, hörten wir gleich den Unterschied zwischen Neuseeland und Australien: Draußen schrie es! Die ganze Natur schien zu kreischen und zu zischen und das sehr laut. Wir nahmen unsere Arbeit auf, harkten, kehrten, trugen Holz durch die Gegend (Autsch!) und machten um den Pizzasteinofen alles sauber, damit dort weiter gepflastert werden kann. Tatsächlich packten wir am zweiten Tag schon unsere Sachen, hinterließen unsere „Honeymoonsuit“, wie sie Jimmy wegen des großen Bettes nannte, den nächsten Wwoofern und Anu fuhr uns zu der eine Stunde entfernt wohnenden Familie Alexander.</p>
<p>Chris und Sharon hießen uns in ihrem riesigen Haus willkommen. Sie stellten uns ihre zwei Söhne Tommy (3 Jahre) und William (5 Jahre) vor, die uns gleich überhaupt nicht schüchtern in ihre Spiele einbinden wollten. Doch für uns hieß es erst einmal: ran an die Spaten und losgeschippt. Die Sonne brannte mit gefühlten 40 Grad (tratsächlich um die 32 Grad) auf uns hinab und wir verzweifelten etwas an dem schweren Lehmboden. Nach ein paar verschwitzten Stunden zettelte Chris eine Wasserschlacht im großen Garten an, so dass wir uns wieder schön abkühlen konnten. Langsam verloren wir auch unsere Scheu vor den giftigen Spinnen. Wir erfuhren, dass die Redback-Spinne die einzige wirklich gefährliche und dem Menschen nahe Spinne sei. Bei den Schlangen warnte man uns, dass wir vor den Braunen weglaufen sollten, da diese nicht nur supergiftig sondern auch noch agressiv seien. Chris und Shanon gaben uns ein paar Bücher über Spinnen und Schlangen und ich muss sagen, man ist danach schon etwas beruhigt, denn viele Schlangen sind gar nicht oder nur geringfügig giftig. Manchmal wird bei einem Biss auch gar kein Gift abgegeben und die meisten Schlangen sind auch eher feige oder tolerant, wenn man ihnen zu nahe kommt. Viele Australier haben noch nie eine in freier Natur gesehen, obwohl sich das Gerücht hartnäckig hält, dass in jedem zweiten Garten hier eine giftige Schlange wohnt.</p>
<p>Das Leben in dieser Familie war wieder eine völlig neue Erfahrung! Der Tag drehte sich um die Kinder, in einem positiven Sinne. Die zwei sind wirklich super erzogen und „pflegeleicht“. Sie können sich gut selbst beschäftigen, nörgeln nicht rum und sind absolut höflich. Die Familie hatte bereits zwei Wwoofer: Gwenna und Christopher aus Frankreich, die in einem eigenen Teil des Hauses wohnten. Wir bekamen das Bastelzimmer mit einem superteuren ausblasbaren Bett. Ich bin leider gar kein Fan von diesen Luftmatratzen, auch wenn sie 400 Euro kosten und so hoch wie ein richtiges Bett sind. Mein Rücken wurde nicht besser und jeden Morgen war ich so steif, dass ich mich kaum aufrichten konnte. Im Laufe des Tages verbesserte es sich immer durch die viele Bewegung, doch am nächsten Morgen war es wieder das Gleiche. Was sich zuerst anfühlte, wie eine Notlösung von Anu und Jimmy, stellte sich als eine tolle Zeit für uns heraus. Die Arbeit war zwar hart, doch wir wurden richtig in die Familie integriert.</p>
<p>An einem Nachmittag fuhr Christian die Franzosen und uns zu einem Weg, der in den Busch führte. An dessen Ende befand sich ein „Wasserloch“, also ein Teilabschnitt eines Flusses, in dem man schwimmen konnte. Der Weg dorthin war unsere erste Erfahrung in der trockenen lauten Wildnis Australiens. Die Sonne brannte und der Schweiß ließ die Sonnencreme kaum auf die Haut kommen. Die Erde war rot, die Bäume teilweise schwarz verkohlt und die Pflanzen wirkten im Gegensatz zu Neuseeland trocken und irgendwie agressiver. Ein Symbol für die Unterschiede der beiden Naturräume wurde für mich eine auffällige Pflanze: In Neuseeland gibt es diese hüfthohen dicken Gräser mit den breiten Blättern. Sie könnnen auch größer als ein Mensch werden. Aus ihren Blättern werden manchmal Körbe geflochten. Hier in Australien gab es eine ähnlich Planze, nur dass die Blätter so dünn wie Stacheln waren und die Pflanze eher wie ein agressives Stacheltier aussieht.</p>
<p>Wir liefen einen steilen Hang hinunter und nach einer Weile sahen wir schon das Wasser im Tal glitzern. Das Highlight des Wasserloches war eine Felsenklippe, von der aus man an einer Stelle völlig ungefährlich in des tiefe kalte Wasser springen konnte. Wir erfrischten uns und entspannten eine wenig. Jere kletterte noch auf dem Wasserfall herum uns sah dabei tatsächlich eine Schlange. Wir fanden nicht heraus, welche es war, doch sie war sehr ängstlich und scheinbar harmlos.</p>
<p>Die beste Tätigkeit aller Arbeiten, die wir für Familien erledigt haben, fanden wir bei Chris und Sharon: Sie besitzen zwei Rasenmähertraktoren, mit denen man über die großen Wiesen düsen kann. Jere und ich hatten riesen Spaß, die Lama-Weide zu mähen, wobei ich denke, dass Jere sich sogar noch etwas mehr gefreut hat als ich. Gwenna und Christopher bekamen ebenfalls eine tolle Aufgabe: Sie scherten die Hunde, so dass sie aussahen wie richtige Pudel (vorher gefielen sie uns besser). Auf diese Weise bereiteten wir einige Kleinigkeiten für den nächsten, großen Tag vor: Weihnachten.</p>

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		<title>Das große Ende / Der WOF Marathon</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Dec 2010 10:23:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cloudy</dc:creator>
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<p>Der Tag nach einem Perfect Day hatte es ja wirklich schwer, aber er war auf seine Weise ebenfalls wundervoll. Wir fuhren bis hinunter nach Auckland und trafen zwei ganz besondere Menschen: Yvi und Roland, das Hochzeitspaar, für die wir das Hochzeitsvideo gedreht hatten, starteten ihre Hochzeitsreise an diesem Tag in Auckland und wir trafen sie an einer Kreuzung direkt am Skytower. Beide hatten T-Shits mit unserem Bloglogo drauf an und waren vornehm winterbleich. Wir tranken einen Weihnachtskaffee bei Starbucks und unser Heimweh wurde wieder ein Stück größer. Es war so schön, hier in Auckland und nach so langer Zeit so enge Freunde zu treffen. Eine ehemalige Klassenkameradin von Roland trafen wir anschließend auch noch – jaja, die Welt ist klein. Wie klein sie wirklich ist, zeigte sich auch in unserem Hostel: Hier arbeitet Tessa, mit der ich zusammen das Bug Hostel gemanaged hatte, als der Besitzer im Urlaub war. Wir gönnten uns nach fast 30 Tagen Vanübernachtungen ein Doppelzimmer, um unsere ganzen Sachen zu sortieren, auszumisten und auf jeweils zwei Rucksäcke zu reduzieren. Nach so langer Zeit mit großem Stauraum hatte sich so einiges angesammelt. Die gesamten Wintersachen mussten zum Beispiel raus und gingen ans Rote Kreuz. Außerdem machten wir den Van noch einmal von innen und außen richtig sauber, mit Neues-Auto-Geruck, Cockpitspray, Fensterputzen, Saugen etc. Er glänzte nun wirklich wie noch nie und alle Interessenten bestätigten uns, dass sie noch nie – und ich zitiere – so einen gepflegten Van gesehen haben! So, da kann ja dann nichts mehr schief gehen. (dachten wir)<span id="more-1559"></span></p>
<p>Leider sagten auch bisher alle Interessierten, dass ihnen der Van zu klein (dafür sparsam wie sonst was!) oder zu teuer sei. Durch Preisrecherche waren wir uns aber sicher, dass wir in der mittleren Preisklasse lagen und unser Auto eine gute Ausstattung und wenig Kilometer hatte, was uns zuversichtlich bleiben ließ. Manche konnten auch nicht so lange warten, bis wir aus dem Northland wieder zurück waren und hatten bereits einen Van gekauft. Wir fuhren noch einmal die Hostels ab strichen die Gitarre auf den Flyern durch und reduzierten den Preise deswegen um 50 Dollar.</p>
<p>Anschließend fuhren wir zu unserer Wwoofingfamilie, bei der wir planten, bis zu unserem Abflug zu bleiben. Evelyn wohnt mit ihrer Katze ungefähr 30 Minuten entfernt von Auckland. Als wir ankamen, begrüßte sie uns vor dem Haus. Auf dem Boden im Gras lag eine Matratze und sie forderte uns auf, diese mit rein zu nehmen, da wir darauf schlafen würden. Wir könnten auch im Van schlafen, wenn uns das angenehmer wäre (noch mal zur Erinnerung: Arbeiten gegen Essen und UNTERKUNFT). Da wir die Bettwäsche im Van schon für den nächsten Besitzer gewaschen hatten und weil wir ja dafür arbeiteten, entschieden wir uns für das kleine Zimmer mit den zwei dünnen Matratzen auf dem Boden. Evelyn gab uns Bettwäsche (keine Kissen, die holten wir aus dem Van) und wir machten unser Zimmer beschlafbar. Wir teilten es mit vielen Spinnen (zum Glück nur die dünnen großen), doch was mich wirklich vom Schlafen abhielt, war der Geruch: Ich weiß nicht, ob es der Vorhang, der Teppich oder das Bücherregel war, aber irgendwas stank moderig, wie in einem feuchten Keller.</p>
<p>Die beiden Kinder Jackson (ca. 21) und Marama (ca. 25) waren zu Besuch und das kleine Haus war somit ziemlich voll. Bei einem Rundgang durch den Garten erklärte uns Evelyn die Arbeiten für den nächsten Tag. Sie musste noch ein paar Tage arbeiten, bevor sie Urlaub hatte. Sie betreut Kinder in einer Waldorf-Kindertagesstätte. Das Haus schien schon sehr alt zu sein. Vor der Dusche klebte eine feste Plastikfolie auf dem Boden, durch die man unter das Haus schauen konnte, weil an der Stelle das Holz schon weggefault war. In den nächsten Tagen versuchten wir das Haus mit einem Hochdruckreiniger von außen abzusprühen, um es zum Streichen vorzubereiten (funktionierte nicht, weil man an dem Hochdruckreiniger den Schlauch nicht richtig befestigen konnte). Ansonsten zogen wir viel Unkraut heraus und an einem Regentag reinigten wir die Fenster und das Bad von oben bis unten. Das Essen war zwar lecker, aber nicht so ganz sättigend, da es jeden Abend nur Salat gab. Am dritten Tag schwoll Jeres Fuß stark an und am vierten Tag gingen wir zum Arzt. Der Fuß war nicht gebrochen, aber Jere sollte ihn still halten und kühlen. Wir sagten Evelyn, dass wir nicht weiter für sie arbeiten könnten und am nächsten Tag ins Hostel ziehen würden. Wir hatten sowieso schon mit dem Gedanken gespielt, weil wir uns in dem Haus nicht so ganz wohlfühlten. An diesen Abend bestellten wir leckere Pizza bei der Kette „Hell&#8217;s Pizza“ (sehr lecker) und hatten noch einen schönen letzten Abend zusammen. Am nächsten Vormittag reinigten Jere und ich noch ein paar Küchenschränke und dann fuhren wir zu Tessas Hostel zurück.</p>
<p>Das Wwoofing abzubrechen war eine gute Entscheidung. Auf diese Weise konnten wir spontan zu Van-Interessierten hinfahren und fühlten uns auch nicht mehr so fehl am Platze: Die Tochter von Evelyn ist nämlich nur alle ein bis zwei Jahre dort und wir hatten das Gefühlt, dass wir da eher störten.</p>
<p>Ein holländisches Pärchen meldete sich schließtlich mit ernsten Absichten den Van für den angebotenen Preis zu kaufen. Jere holte die beiden ab, da nur für drei Leute Platz ist und der große Tag begann: Die beiden wollten den Van wirklich gerne kaufen und hatten bereits einen Legalcheck machen lassen: Hier erfährt man, ob der Van gestohlen ist und ob Schulden (Falschparken, Maut etc.) auf ihm lasten. Der Check war ok und als nächstes stand der Mechanical Check an. Da dieser hier in Auckland extrem teuer ist, wollten die zwei einfach noch mal einen WOF-Check machen lassen, wie wir ihn vor einer Woche hinter uns gebracht hatten. Jere rief mich an und beschrieb die Situation: wenn wir dort durchfallen, dann ist auch der jetzige WOF nicht mehr gültig. Das heißt, wir müssen jede Reparatur machen, um wieder WOF zu haben. Eine Stunde später meldete er sich noch einmal und natürlich sind wir durchgefallen und der WOF war weg.</p>
<p>Drei Sachen mussten gemacht werden: Zwei Räder mussten miteinander ausgetauscht werden, damit die Größe vorne und hinten einheitlich ist (der andere WOF hatte die Räder ausgetauscht, weil die „besten Reifen vorne sein sollten“, der hatte wohl nicht auf die Größe geachtet&#8230; also wieder zurücktauschen), die Vorderlichter mussten neu ausgerichtet werden, damit sie bei Dunkelheit die Straße ideal beleuchten  (jeder WOF findet immer wieder neue Kleinigkeiten) und dann gab es aber noch eine Beanstandung, die uns ein bisschen schockte: Die vordere Lenkstange musste ausgetauscht werden. Es war Freitag und die Holländer wollten am nächsten Tag schon losfahren. Jere suchte mit ihnen also noch schnell eine Werkstatt, die diese Reperaturen machen konnte. Sie fanden eine, die ebenfalls eine WOF-Stelle mit integriert hatte. Diese meinte, man bräuchte die Lenkstange nicht zu wechseln, behob die anderen Kritikpunkte und schickte Jere zurück zum anderen ersten WOF. Die meinten aber, die Lenkstange müsse auf jeden Fall ausgetauscht werden. Nun waren wir alle verunsichert und wir entschieden, das Auto noch einmal durch eine andere (dritte bzw. vierte Werkstatt) testen zu lassen. Hier kam nun auch raus, dass die Lenkstange gewechselt werden sollte. Also ließen wir das am nächsten Tag machen. Wir hatten Glück, das einer der Mitarbeiter ganz großes Mitleid bekam und extra für uns am Samstag das Ersatzteil besorgte und einbaute. Wir teilten die Reperaturkosten mit den Holländern und mussten so einiges vom Endpreis abziehen. Dafür haben die zwei dann hoffentlich in zwei Monaten Ruhe, wenn sie den Van wieder verkaufen. Also noch muss keiner traurig sein: In zwei Monaten gibt’s den Kiwi-Van wieder zu kaufen!</p>
<p>Die zwei lieben Holländer fuhren Jere noch zurück zum Hostel, wo ich sie auch endlich kennenlernte und dann hieß es auch schon: Good Bye Van! Das war ein ganz komisches Gefühl, zu sehen, wie die zwei in unseren gelben Van mit den schwarzen Kiwis einstiegen. Auf der organgenen Matratze (wahrscheinlich der Kaufgrund für die Holländer) lag noch unser Bodyboard und die Kühlkiste und schon fuhren sie los, bogen um die Kurve und unsere Reise hier in Neuseeland war nun entgültig vorbei.</p>
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		<title>Erdbeben&#8230; schon wieder</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Oct 2010 00:03:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cloudy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war gar nicht so leicht, die Pferdezuchtfarm zu finden! Denn westlich von Christchurch scheint das Pferdegebiet schlechthin zu sein. Alles sieht nach Zucht und Gestüt aus. Die sehr unauffällige Beschriftung des Briefkastens der „Kazmere-Zucht“ fiel uns erst auf, als wir schon drei mal vorbei gefahren waren. Eine lange Auffahrt mit Pferdekoppeln links und rechts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war gar nicht so leicht, die Pferdezuchtfarm zu finden! Denn westlich von Christchurch scheint das Pferdegebiet schlechthin zu sein. Alles sieht nach Zucht und Gestüt aus. Die sehr unauffällige Beschriftung des Briefkastens der „Kazmere-Zucht“ fiel uns erst auf, als wir schon drei mal vorbei gefahren waren. Eine lange Auffahrt mit Pferdekoppeln links und rechts führte uns zu einem riesigen Haus und schon wurden wir von Gebell des Boxers Dita (nach Dita von Teese) und unserer Wwoofing-Mutter Maree empfangen. Sie führte uns gleich einmal im Haus herum, das von innen noch geräumiger aussah, als von außen, zeigte uns die Essenskammer und alles, was wir für unsere Verpflegung brauchten. Wir durften alles nehmen, uns überall aufhalten wo wir wollten und uns ganz zu hause fühlen. Und dann führte sie uns in den hinteren Teil des Hauses, wo wir nochmal durch einen riesigen Raum gingen (das zweite Wohnzimmer mit dem zweiten großen Plasmabildschirm) und über eine Treppe in das Dachgeschoss stiegen.<span id="more-1348"></span></p>
<p>WOW! Ein Riesenzimmer mit Dachbalken und 1,60-Meter breitem Bett! So ein Luxus! Uns wurde schnell anhand der Fernseher und der Lebensmittelkammer klar, dass wir diesmal nicht auf einer typischen Organic-Farm gelandet sind! Das erste Essen am Abend begann auch schon mal richtig gemütlich: Spaghetti Bolognese mit ganz dünnen leckeren Nudeln und viel Knoblauch, beim Essen auf der bequemen Couch vor dem großen Plasmabildschirm sitzen und X-Faktor, die neuseeländische Variante von „Deutschland sucht den Superstar“ schauen. Die nächsten Abende sahen so ähnlich aus, nur mit unterschiedlichen Mahlzeiten (Satay-Hühnchen, Ofenkartoffeln, Cordon Bleau etc.) und anderen Sendungen (New Zealand&#8217;s Next Topmodel, Discovery Channel). Wenn der Tag stressig war, dann hat Maree Nudeln oder Pizza vom Take-Away geholt.</p>
<p>Für das große Bett und das Essen mussten wir natürlich auch was tun, allerdings war die Arbeit wirklich oft einfach und höchtens mal etwas langweilig. Viel mit Pferden hatten wir nicht zu tun. Der Kontakt beschränkte sich auf die zweimalige Aktion, drei junge Pferde an einen Balken zu binden und nacheinander zu putzen. Das erste mal ging es gewaltig schief, die Pferde rissen sich immer wieder los und waren dann so aufgedreht, dass ich nur 2 ½ putzen konnte. Die andere Gruppe klappte viel besser, obwohl auch hier ein gewisses Entertainment von Jere nötig war, um die jungen Tiere von ihren Befreiungsgedanken abzubringen. Wenn Jere noch keine Angst vor Pferden hatte, dann hat er sie jetzt. Und ich muss sagen: Ich wurde auch eher angespannt, als ich mit diesen teilweise sehr wilden Tieren zu tun hatte. So ein bisschen Respekt brauch man auch, um keine Körperteile zu verlieren. Denn genau das ist Maree vor eineinhalb Jahren passiert, als sie ein Pferd einreiten wollte: Sie sprang von dessen Rücken, als es zu wild wurde, kam blöd auf und zack war der Fuß ab und hing nur noch an einem Stück Haut. Der Bruch war so kompliziert, dass die ein großes Stück Knochen entfernt haben und sie musste ewig mit einem Gerät rumlaufen, dass den Fuß an der richtigen Stelle hielt. Jetzt ist der Fuß wieder angenäht und außer an der großen Narbe, die einmal um die Wade geht, merkt man ihr nichts von dieser Verletzung an. Maree ist eigentlich von morgens bis abends aktiv und voller Tatendrang. Neben ihrer Pferdezucht, der Pflege des Grundstücks und bekochen der Wwoofer organisiert sie noch eine neue Pferdeschau, die einmal die größte Neuseelands werden soll.</p>
<p>Aufgaben, die wir hier erledigt haben, waren: Die Stangen der Außenställe von Zentimeter dicker Vogelkacke befreien, damit ein Band gespannt werden kann, das die Vögel davon abhält, dort zu sitzen und noch einmal zu eine Sauerei zu veranstalten. Holzbalken abschleifen und bemalen, viel Unkraut entfernen, Stöcke aufsammeln, Laub rechen, Pferdeäpfel einsammeln, Löcher graben, Löcher zuschütten und und und&#8230; die größte Schwierigkeit war dabei, dass der junge Boxer Smo ein großes Aufmerksamkeitsbedürfnis hat und sich gerne als Greenpeace-Aktivist auf die Unkrautflächen legt, die man als nächstes zupfen wollte. Boxer sind ja nicht die schönsten Hunde (persönliche Meinung von Jere: Schnauze zu sehr eingedrückt), aber die zwei sind so goldig, dass wir sie ins Herz geschlossen haben. Ein weiteres Familientier ist die Katze Flee, die ich erst am letzten Tag gestreichelt habe, weil sie noch unberechenbarer als andere Katzen ist und schon Menschen zum Nähen ins Krankenhaus geschickt hat. Jere hat sich erbarmt und wurde zum Glück weder gekratzt, noch gebissen.</p>
<p>John, Maree&#8217;s Mann, kam nach zwei Tagen von seiner Geschäftsreise in Auckland zurück. Er arbeitet hauptberuflich als Marketingmensch bei einer Baumaschinenfirma und findet nach dem Arbeitstag noch die Motivation, auf der Farm zu arbeiten.</p>
<p>Unsere Arbeitszeiten waren völlig uns überlassen. Es war kein Problem, als Jere einen Vormittag nach Christchurch musste, um seine Impfung nachzuholen. An einem regnerischen, windigen Tag versicherte uns Maree, dass wir auf keinen Fall raus zu gehen bräuchten und am Sonntag war generell eher wenig Arbeit angesagt. Dafür arbeiteten wir an anderen Tagen 6 Stunden und mehr, aber alles aus eigenem Antrieb heraus.</p>
<p>Am ersten Sonntag fand ganz in der Nähe ein Reitwettkampf statt, an dem auch zwei von Maree&#8217;s Pferden teilnahmen. Da Maree nicht mehr richtig reiten kann, hat sie Tom, einen ca. 30-jähriger Freund, bei dem ihre Showpferde stehen und trainiert werden. Tom ritt auf dem Wettkampf beide Pferde in den drei Disziplinen Dressur, Sprung und Cross-Country-Springen und machte in den Kategorien vordere Plätze. Maree’s Pferde sind alle selbstgezüchtet und stammen von ihren zwei Zuchthengsten, die sie aus Australien und Holland nach Neuseeland importiert hat und die hier auf der Weide vor dem Haus ein faules Leben führen. So ein von ihr gezüchtetes Pferd kostet um die 15.000 bis 17.000 Dollar, was relativ wenig sei im Vergleich zu Europa, aber hier in Neuseeland gäben die Menschen nicht viel für Pferde aus.</p>
<p>Maree hatte neben der Pferdezucht auch eine Boxerzucht, verlor aber durch ein Unglück eine Boxerin und somit endete ihre Zucht. Sie wollte dann wieder von neuem Beginnen mit Dita, aber nach der Geburt der Welpen stellte sich trotz vorheriger Prüfung heraus, dass Dita einen für Boxer typischen Gendefekt (Herzbeschwerden) mit sich trägt und somit nicht mehr für die Zucht benutzt werden darf, genau wie ihre Welpen. So lernten wir ihr „Baby“ Smo am ersten Abend kennen, als sie von ihrer Sterilisation total müde und passiv zurückkehrte, ein völlig falscher erster Eindruck von diesem wilden liebesbedürftigen Hund.</p>
<p>Schon am ersten Tag fragten wir Maree über das große Erdbeben aus, dessen Ursprung näher an Maree&#8217;s Haus lag, als an Christchurch. Hier im Haus merkt man an Kleinigkeiten die Auswirkungen, wie z.B. dass manche Türen nicht mehr schließen, weil sich die Rahmen verzogen haben, oder an einem Riss über der Dusche. In Christchurch sahen wir die Auswirkungen deutlich, vor allem wenn man auf die Dächer der Häuser achtet. Bei vielen decken Planen die kahlen Stellen ab. In Häuserreihen befinden sich zwischendurch Löcher, in denen Tonnen von Schutt und Ziegeln liegen. Viele große Bürogebäude sind eingezäunt und man sieht die vielen gesplitterten Scheiben deutlich.</p>
<p>Und in unserer zweiten Nacht bei Maree und John war es dann so weit: wir spürten das erste Beben deutlich! Ich dachte ja, Erdbeben sind viel länger, aber es ist eher nur ein kurzer Stoß und dann ein längeres Nachvibrieren. Das Holz knackt, alles macht ein kurzes Geräusch und dann ist es still und man merkt, wie alles noch etwas wackelt. Wir hatte so einige Erdbeben, die wir mal aufgelistet haben:</p>
<p>• Thu, Oct 7 2010 11:09 pm<strong><br />
 Magnitude:</strong> 4.2   !!!! das erste, das wir gespürt haben<strong><br />
 Depth:</strong> 5 km<br />
 <strong>Details:</strong> 20 km south-east of Darfield</p>
<p>• Fri, Oct 8 2010 6:17 am<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 4.4    !!!! und gleich am Morgen noch einmal<br />
 <strong>Depth:</strong> 5 km<br />
 <strong>Details:</strong> 30 km south-east of Darfield</p>
<p>• Fri, Oct 8 2010 6:29 am<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 4.2   !!!und noch eins<br />
 <strong>Depth:</strong> 12 km<br />
 <strong>Details:</strong> 30 km south-east of Darfield</p>
<p>• Fri, Oct 8 2010 7:55 am<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 3.3   !!!und noch eins<br />
 <strong>Depth:</strong> 5 km<br />
 <strong>Details:</strong> 30 km south-east of Darfield</p>
<p>• Fri, Oct 8 2010 9:20 am<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 3.5   !!! das hörte gar nicht mehr auf<br />
 <strong>Depth:</strong> 10 km<br />
 <strong>Details:</strong> 30 km south-east of Darfield</p>
<p>• Fri, Oct 8 2010 7:54 pm<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 3.5<br />
 <strong>Depth:</strong> 5 km<br />
 <strong>Details:</strong> 20 km south-west of Darfield</p>
<p>• Sat, Oct 9 2010 4:54 pm<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 3.3   !!! das haben wir eher verpasst<br />
 <strong>Depth:</strong> 9 km<br />
 <strong>Details:</strong> 20 km south-east of Darfield</p>
<p>• Sat, Oct 9 2010 9:05 pm<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 2.6    !!! das merkt man auch nicht<br />
 <strong>Depth:</strong> 5 km<br />
 <strong>Details:</strong> Within 5 km of Christchurch</p>
<p>• Sat, Oct 9 2010 11:14 pm<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 2.8   !!! viel zu schwach<br />
 <strong>Depth:</strong> 8 km<br />
 <strong>Details:</strong> 20 km west of Christchurch</p>
<p>• Sun, Oct 10 2010 12:16 pm<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 3.7     !!! wieder mitten in der Nacht aufgewacht<br />
 <strong>Depth:</strong> 10 km<br />
 <strong>Details:</strong> 20 km south-east of Darfield</p>
<p>• Mon, Oct 11 2010 5:55 am<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 3.4    !!! und noch mal<strong><br />
 Depth:</strong> 9 km<br />
 <strong>Details:</strong> 10 km south-east of Darfield</p>
<p>• Tue, Oct 12 2010 5:29 am<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 3.5   !!! das ist schon fast regelmäßig<br />
 <strong>Depth:</strong> 5 km<br />
 <strong>Details:</strong> 10 km south of Darfield</p>
<p>• Wed, Oct 13 2010 9:11 am<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 3.2  !!! manchmal waren wir uns nicht sicher, ob es ein Erdbeben war.<br />
 <strong>Depth:</strong> 5 km<br />
 <strong>Details:</strong> Within 5 km of Christchurch</p>
<p>• Wed, Oct 13 2010 9:27 am<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 3.6 <br />
 <strong>Depth:</strong> 9 km<br />
 <strong>Details:</strong> 10 km west of Christchurch</p>
<p>• Wed, Oct 13 2010 1:28 pm<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 4.1   !!!!!!!!!!!! deutlich gemerkt<br />
 <strong>Depth:</strong> 9 km<br />
 <strong>Details:</strong> 20 km west of Christchurch</p>
<p>• Wed, Oct 13 2010 4:42 pm<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 5.0    !!!!!!!!!!!! und wir waren grad draußen und haben es nur gehört, nichts gemerkt! War wie ein Donner. Eines der stärksten Nachbeben.<br />
 <strong>Depth:</strong> 15 km<br />
 <strong>Details:</strong> 20 km west of Christchurch</p>
<p>• Thu, Oct 14 2010 1:44 pm<strong><br />
 Magnitude:</strong> 3.3  Manchmal haben wir auch mehr gemerkt, als aufgelistet wurden.<br />
 <strong>Depth:</strong> 7 km<br />
 <strong>Details:</strong> 10 km north-west of Oxford</p>
<p>• Thu, Oct 14 2010 6:06 pm<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 3.5  !!! gespürt<br />
 <strong>Depth:</strong> 8 km<br />
 <strong>Details:</strong> 10 km south-west of Christchurch</p>
<p>• Thu, Oct 14 2010 6:59 pm<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 4.1    !!! Das kam mir als das stärkste und längste vor.<br />
 <strong>Depth:</strong> 5 km<br />
 <strong>Details:</strong> 10 km south-west of Christchurch</p>
<p>• Thu, Oct 14 2010 7:36 pm<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 3.4<br />
 <strong>Depth:</strong> 9 km<br />
 <strong>Details:</strong> 10 km south of Christchurch</p>
<p>• Fri, Oct 15 2010 9:27 pm<br />
 <strong>Magnitude:</strong> 3.0<br />
 <strong>Depth:</strong> 6 km<br />
 <strong>Details:</strong> 10 km east of Darfield</p>
<p>… Dann wurde es relativ ruhig und wir hofften noch mal auf ein Abschiedsbeben. Eigentlich war unser letzter Tag bei John und Maree am Samstag und wir packten unsere Sachen, um am Sonntag Morgen abzureisen und uns in Christchurch für eine Nacht eine Unterkunft zu suchen, weil wir dort noch einiges zu erledigen hatten und sehen wollten. Doch Maree und John boten uns beim Abschied am Morgen mehrere Male an, dass wir die nächste Nacht auch gerne noch bei ihnen schlafen konnten, das Bett ja eh frei wäre und wir dann noch eine Nacht Geld sparen konnten und so ließen wir kurzfristig unsere Rucksäcke dort und machten einen Tagesausflug nach Christchurch. Ich wollte unbedingt in die Ron Mueck-Ausstellung, über die ich in der Zeitung gelesen hatte. Außerdem stand auf der To-Do-Liste noch: Cookies essen, Starbucks-Kaffee, Foodcourt-Essen, Bratwurst vom deutschen Stand (der leider nicht da war) und Melissa (Taiwanesin, die in der Fischfabrik gearbeitet und im Bug-Hostel gewohnt hatte) treffen und vieles mehr. Wir schafften alles (außer der Wurst). Das Treffen mit Melissa war traurig, denn sie hatte ein paar Tage zuvor einen Unfall mit ihrem Auto gehabt, dass nun nicht mehr zu reparieren ist und sie war völlig unentschieden, ob sie noch mal in ein Auto investieren sollte und ob sie sich traut, wieder zu fahren. Aber so eine Reise macht man nur einmal und wir haben ihr geraten, sich schnell zu entscheiden und dann die Reise fortzusetzen. Das hat sie sich auch verdient, nach 3 Monaten Fischfabrik. Das Problem von Backpackern, die ihr Auto verlieren (Unfall oder einfach Altersschwäche) ist immer das Gleiche: Man hat so viel Gepäck, dass es fast unmöglich ist, mit dem Bus weiter zu reisen. Auch wir machen uns schon Gedanken, wie wir von Neuseeland aus möglichst leicht und billig in Australien reisen.</p>
<p>Die Ron Mueck-Ausstellung war grandios! Die Art-Gallery in Christchurch ist an sich ja schon einen Besuch wert. Wer jedoch Zeit hat, sollte bis Anfang nächsten Jahres die Zeit finden und die 12-15 Dollar Eintritt investieren. Es sind zwar nur wenige Exponate, aber die sind umso beeindruckender! Ron Mueck modeliert aus den verschiedensten Stoffen Menschen in Überlebens- oder Unterlebensgröße, oft nackt, die absolut lebendig aussehen. Eine riesige nackte schwangere Frau, deren erschöpftes Gesicht so aussieht, als würde sie gleich die Augen aufmachen, unter der Haut mit Schwangerschaftsstreifen, einzelnen Leberflecken und Pickelchen erkennt man die blauen Adern. Und alles sieht so echt aus! Ein Film hat dann noch gezeigt, wie die Figuren entstehen. Als wer so viel Geduld hat, eine Lehmform zu modelieren, einen Abdruck zu machen und diese Form dann mit der endgültigen Masse zu füllen, diese zu bemalen, Haare einzupflanzen etc. ist zu beneiden.</p>
<p>Es war die erste Ausstellung, die ich besucht habe, in der man fotografieren und filmen konnte, wie man wollte (nur ohne Blitz). Und so könnt ihr auch einen kleinen Eindruck in die Ausstellung bekommen!</p>
<p>Am Abend fuhren wir wieder zurück zu Maree und John und überreichten ihnen ein kleines Abschiedsgeschenk: Ein selbstgestaltetes Wwoofing-Gästebuch mit ein paar Fotos, die wir auf der Farm von den Haustieren gemacht haben. Die beiden haben sich riesig gefreut, weil sie schon immer eins haben wollten. Am nächsten Morgen ging es dann endgültig los auf die große Reise und ein Erdbeben mit der Stärke von 4,6 verabschiedete uns an der Haustür.</p>
<p>Es ist schon eigenartig, wie eng man innerhalb weniger Tage mit den Wwoofing-Familien zusammen wächst. Wahrscheinlich ist das so, weil man zusammen wohnt, isst und arbeitet. Wenn wir etwas hier in Neuseeland oft tun, dann sind das traurige Verabschiedungen, weil man sich wahrscheinlich nie wieder sieht. Auf der anderen Seite sind es eben auch enge Bindungen, die man hier in kurzer Zeit aufbaut und menschliche Erfahrungen, für die wir jedes Mal dankbar sind, wenn wir wieder zum letzten Mal „See you and take care!“ sagen.</p>

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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/wwoofing-maree/image000.jpg" title="Smo will nichts verpassen" rel="lightbox[set_49]" >
								<img title="image000" alt="Erdbeben... schon wieder" src="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/wwoofing-maree/thumbs/thumbs_image000.jpg" width="90" height="70" />
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/wwoofing-maree/image002.jpg" title="Hund trifft Pferd" rel="lightbox[set_49]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/wwoofing-maree/image003.jpg" title="Arnie (nach Arnold Schwarzenegger) ist ein glücklicher Hengst" rel="lightbox[set_49]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/wwoofing-maree/image004.jpg" title="große Anlage, leider kaum genutzt" rel="lightbox[set_49]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/wwoofing-maree/image007.jpg" title="Dita passt zur Einrichtung" rel="lightbox[set_49]" >
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		<title>Chef</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 05:45:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cloudy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Nelson]]></category>
		<category><![CDATA[Chef]]></category>
		<category><![CDATA[Cleaner]]></category>
		<category><![CDATA[Hostel]]></category>
		<category><![CDATA[Manager]]></category>
		<category><![CDATA[Wwoofing]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein weiterer Schritt zur Weltherrschaft ist gemacht: Ich bin Herrscher über das Hostel, 2 Tage in der Woche. Anthony, der Besitzer, ist für ein paar Wochen mit seiner Freundin zu ihren Eltern nach Kanada verreist und hat Tessa (Engländerin, extra eingeflogen) und mir den Laden überlassen. Tessa hat eine Liste mit 1000 Dingen bekommen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein weiterer Schritt zur Weltherrschaft ist gemacht:</p>
<p>Ich bin Herrscher über das Hostel, 2 Tage in der Woche. Anthony, der Besitzer, ist für ein paar Wochen mit seiner Freundin zu ihren Eltern nach Kanada verreist und hat Tessa (Engländerin, extra eingeflogen) und mir den Laden überlassen. Tessa hat eine Liste mit 1000 Dingen bekommen, die sie in der Zeit erledigen soll, wie z.B. alle Außen- und Innenwände des Hauses abwaschen. Sie ist aber so energiegeladen, dass sie das alles allein macht und mich die zwei Tage völlig Chef sein lässt. Zwischen ihren Arbeiten geht sie sogar noch ins Fitnesscenter und rennt dort ein paar Kilometer.<span id="more-1076"></span></p>
<p>Hier ist jetzt tiefster Winter, was die Kiwis nicht davon abhält, am Strand in super kurzen Shorts und Spaghettiträgertops rumzulaufen. Aber der Tourismus geht gegen Null, so dass kaum Backpacker über die Inseln tingeln, außer, sie waren in einer Sprachschule und haben jetzt noch zwei Wochen zum Rumreisen.</p>
<p>Das bedeutet, dass ich eigentlich nicht viel zu tun habe, denn meine Hauptaufgabe wäre, Telefonate der Reisenden entgegen zu nehmen und sie bei Anreise einzuchecken, rumzuführen und bei der Abreise wieder auszuchecken. Aber da niemand kommt, gibt es kaum etwas zu tun. Meine weiteren Aufgaben sind also: Morgens um 7:30 alles vorbereiten, also Büro aufschließen, Küche und Bäder überprüfen, Vorhänge aufziehen in den Gemeinschaftsräumen, etc. Anschließend um 9:30 die Cleaner einweisen, welche Betten gemacht werden müssen, 10 Trommeln Wäsche waschen. 12:30 bis 14:30 Pause, dann gegen Abend alles für die Nacht vorbereiten, wie Lichter anmachen. 22:30 Büro zumachen. Am ersten Tag klingelte morgens zweimal das Telefon, aber das waren zwei andere Hostels aus der Stadt, die einfach mal Hallo sagen wollten… denen ist auch langweilig. Ansonsten: Kein einziger Anruf an beiden Tagen. Am ersten Tag kamen dann abends 5 neue Gäste (alle um die gleiche Zeit, so dass es sogar „etwas stressig“ wurde). 2 deutsche Mädels, ein Schweizer, ein Franzose und ein Ire. Alle untergebracht und mit Informationen versorgt, war es das dann auch für die zwei Tage.</p>
<p>Insgesamt ein sehr angenehmer Job, außer das ich immer das Gefühl habe, ich müsste was machen. Aber ich lenk mich ab mit Lesen (englische Bücher) und IQ-Tests (die wirklich kostenlos sind diesmal <img src='http://www.ganzrechtsunten.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt="Chef" class='wp-smiley' title="Chef Photo" /> . Irgendwann muss MENSA mich nehmen <img src='http://www.ganzrechtsunten.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt="Chef" class='wp-smiley' title="Chef Photo" /> </p>
<p>Außerdem habe ich seit letzter Woche wieder angefangen zu cleanen, damit ich nicht zu viel Geld ausgebe, bevor wir reisen können. So sieht also meine Arbeitswoche so aus:</p>
<p>Montag: Chef<br />
 Dienstag: Chef<br />
 Mittwoch: untergebene Cleanerin mit Extraaufgaben (Wir sind drei Cleaner und es werden nur zwei für das Basic-cleaning gebraucht, also helfe ich Tessa dann doch mit Wände abwischen.)<br />
 Donnerstag: normales Cleanen (eine der anderen Mädels hat ihren freien Tag)<br />
 Freitag: normales Cleanen (eine der anderen Mädels hat ihren freien Tag)<br />
 Samstag: freeeee(i)<br />
 Sonntag: untergebene Cleanerin mit Extraaufgaben<br />
 Gar nicht so schlecht, hä?</p>
<p>Und wenn wir gerade mal keine Hochzeits- und Geburtstagsvideos produzieren, planen wir unser BBQ auf Rabbit-Island …<br />
 (beim Filmdreh haben wir entdeckt, dass man dort anscheinend kostenlos die Steingrills benutzen kann und es ein Familiensport zu sein scheint, dort ein paar Würste zu grillen. Also packen wir, wenn schönes Wetter ist, am Wochenende die Taiwanesinnen ein und gehen grillen (natürlich nicht die Mädels).</p>
<p>…oder lassen uns von Peter und Jenny zum Essen einladen<br />
 (als wir den Baum beim Dougal gepflanzt haben, sind wir kurz bei seinen Nachbarn vorbei gegangen, die uns spontan zum Abendessen am Samstagabend eingeladen haben, juhu! Applecrumble!!!).</p>
<p>Damit ihr mal seht, wie das Bug-Hostel so aussieht, wenn wir schon so oft davon reden, hier noch ein paar Bilder!</p>
<p><br class="spacer_" /></p>

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	<!-- Thumbnails -->
		
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								<img title="niedliche Zimmerschilder, jedes Zimmer hat sein Motto (unseres ist Taxi-Bug)" alt="Chef" src="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/bug-hostel/thumbs/thumbs_image02.jpg" width="90" height="70" />
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		<title>Stadt, Land, Ziege</title>
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		<pubDate>Fri, 21 May 2010 15:39:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cloudy</dc:creator>
				<category><![CDATA[Motueka]]></category>
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		<category><![CDATA[Wwoofing]]></category>
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		<description><![CDATA[Für Stadtkinder sehen ein Schaf und eine Ziege ungefähr gleich aus, besonders wenn das Schaf keine Wolle mehr hat. Halb-Land-Kinder, wie ich Jere und Thomas gerne bezeichnen würde, haben aber auch keine bessere Vorbereitung auf das, was uns bei unserer zweiten Wwoofingstelle erwartet hat: das ökologische Landleben pur. Susi und Kevin, zwei ausgewanderte Engländer, nehmen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für Stadtkinder sehen ein Schaf und eine Ziege ungefähr gleich aus, besonders wenn das Schaf keine Wolle mehr hat. Halb-Land-Kinder, wie ich Jere und Thomas gerne bezeichnen würde, haben aber auch keine bessere Vorbereitung auf das, was uns bei unserer zweiten Wwoofingstelle erwartet hat: das ökologische Landleben pur.</p>
<p>Susi und Kevin, zwei ausgewanderte Engländer, nehmen oft Wwoofer auf, um ihre kleine Ziegenfarm aufrecht zu erhalten und ernähren sich fast zu 100% selbst, also organic. Nahezu alles, was sie essen, bauen sie selbst an bzw. erzeugen es selbst. Was sie zusätzlich kaufen müssen, ist auch oft organic. Ihre Einkäufe und das Benzin finanzieren sie über die Einnahmen, die sie jeden Samstag auf dem Markt in Nelson erzielen. Hier verkaufen sie einen Teil ihrer Ernte. Ihren Ziegenkäse dürfen sie nicht anbieten. Scheinbar ist das Gesetzt in Neuseeland so aufgebaut, dass man entweder einen sehr großen Betrieb haben muss, damit sich der Verkauf lohnt, oder nur für die Eigenversorgung herstellen darf.<span id="more-805"></span></p>
<p>Wie bereits erwähnt, wurde das Haus von unserer letzten Wwoofingmutter Helen designt. Die hatte uns bereits vorher verraten, dass sie den Stil nach Angaben einer Freundin von Susi aufgebaut hat. Auf diese Weise entstand ein gradliniges Biohaus, angelegt für Designermöbel und reduzierte Einrichtung. Susi und Kevin sind jedoch Farmer, die ihre Arbeit sprichwörtlich mit nach Hause nehmen. Und so liegt auf dem Boden vor der großen Glasfront die letzte Ernte: halbgrüne Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und Wolle. In der Ecke steht eine mittelalterliche Webmaschine und die Küche ist überfüllt mit Sachen, die die Ziegen benötigen, oder die zur Käseherstellung gebraucht werden. Wenn Helen das gewusst hätte, wäre sicherlich ein Extrabereich mit Küche für die Farmarbeit in ihrer Planung enthalten gewesen. Vielleicht ist das aber auch nur wieder die Idee eines Stadtmenschen, der sich unwohl fühlt, wenn neben dem morgendlichen Tee das Ziegenfutter angerührt wird. Doch der Mensch ist ein Gewöhnungstier und wir entschieden, wenn das Essen und die Arbeit gut sind, zu bleiben. Tatsächlich haben wir in allen Wochen zuvor noch nie soviel gelacht, wie in dieser Woche.</p>
<p>Meine Lieblingskommentare:</p>
<p>Thomas: „Da schwimmt was auf meinem Tee.“<br />
 Jere: „Was ist es?“<br />
 Thomas: „Ich weiß nicht, es ist gerade abgetaucht.“</p>
<p>Oder</p>
<p>Jere: „Vielleicht sollten die ein Schild an die Eingangstür hängen: &#8216;Beim Eintreten bitte die Schuhe ausziehen, sie könnten dreckig werden.&#8217;“</p>
<p>Dabei waren die Ziegen wirklich sauber! Und mit Ausnahme des Hammels stanken sie kein bisschen. Ich konnte mich jedoch bis zum Schluss nicht an den Ziegenfuttergeruch im Haus gewöhnen. Als dann bei einigen Mahlzeiten das Essen ähnlich roch, begnügte ich mich ab und zu mit den Beilagen. Die Jungs waren dank ihrer nicht so empfindlichen Nase begeistert, dass es häufig Fleisch zum Essen gab (nach einer Woche fast ausschließlich vegetarischen Essens). Es war auch eine Art Ehre, dass wir so oft ein Tier zum Essen bekamen, denn wie gesagt, die zwei versuchen sich selbst zu versorgen und auf behandeltes Fleisch zu verzichten, was bedeutet, dass sie ein Tier schlachten müssen, wenn sie Fleisch essen wollen. Wir bekamen also Ziegensuppe, Lammkeule (sie haben auch ein paar Schafe), Rind (vom Nachbarn) und eine Art Wildschwein – Captain James Cook hat vor hunderten Jahren, als er Neuseeland neu entdeckte, eine Herde Hausschweine ausgesetzt, deren Nachkommen sozusagen als Wildschweine heutzutage in Treibjagten geschossen werden. Wir haben also ein Stück Geschichte gegessen. Abgesehen von dem Stinkefleisch, das wie gesagt den Jungs gut geschmeckt hat, war das Essen wirklich vorzüglich. Es ist beeindruckend, was man alles selbst produzieren kann: natürlich Marmelade, Brot, Ziegenkäse, weicher Käseaufstrich, Milch und Kräuterpesto. Susi und Kevin informierten uns immer wieder über Einzelheiten des „Organic Farmings“, wie man z.B. Knoblauch aus China erkennt, das stark mit Chemikalien behandelt wird. Meine Befürchtungen, was das ungesunde Essen hier in Neuseeland angeht, nehmen immer mehr zu. Wie bereits bei dem netten älteren Ehepaar Peter und Jenny bekamen wir auch hier die „Neuseeländische Spezialität“ Applecrumble zum Nachtisch: Äpfel und Feijoa (Neuseeländische Frucht, ähnlich einer Kiwi – ok, eigentlich eine Frucht aus Mittelamerika – für alle Käpsele), alles aus eigener Ernte, kleingeschnitten in einer Auflaufform mit Buttersteußeln überbacken. Ich weiß nicht, ob es eine neuseeländische oder englische Sitte ist: Zu fast jedem Nachtisch (und es gibt immer Nachtisch) wird die Eiscreme aus dem Tiefkühlschrank geholt.</p>
<p>Die Arbeitszeit verging recht zügig, weil wir viele verschiedene Jobs zugeteilt bekamen. So saßen wir einen Nachmittag meditativ im Gemüsegarten, dünnten die Karotten aus und jäteten Unkraut. Dann ernteten wir Tomaten, Basilikum und Chilis im Gewächshaus, woraufhin wir alle Pflanzen herauszogen und den gesamten Untergrund von Unkraut befreiten. Weitere Jobs waren das durch die Gegend Treiben von Kühen, Ziegen und Schafen oder das Auswaschen von Trögen und Futterbehältern. An einem Regentag saßen wir im Wohnzimmer und nahmen Knoblauchknollen auseinender, sortierten sie und hüllten Feijoas aus (für Marmelade). Außerdem sammelten wir Kiefernzapfen (zum Ofen anheizen), rauhten mit einer Stahlbürste Beton an, harkten Gras, fütterten Tiere oder sortierten fauliges Heu aus. Die interessanteste Arbeit war das Ziegenmelken, das jeden Morgen statt fand. Ich habe es tatsächlich geschafft, ein wenig Milch mit der Hand abzuzapfen und anschließend die Vakuummaschine anzuschließen. Besonders süß waren die Babyziegen, von denen wir auch die meisten Bilder gemacht haben. Diese Form der Arbeit ist sehr interessant und wir sind froh, diese Wwoofingstelle bekommen zu haben. Ein wenig nervig war jedoch, dass wir oft ganz kleine Jobs bekamen, die wir zu dritt innerhalb von 10 Minuten erledigt hatten und wir dann anschließend wieder einen der beiden finden mussten, um nach der nächsten Aufgabe zu fragen.</p>
<p>Dadurch, dass wir mit Susi und Kevin zusammenarbeiteten, lernten wir sie viel besser kennen, als Dougal und Helen, auch wenn sie in persönlichen Dingen ein bisschen zurückhaltend waren. Was wir vorher wussten: Susi hat die Hosen an. So spricht jeder nur von „Susis Farm“. Ein Grund dafür mag sein, dass Susi schon weitaus länger in Neuseeland ist. Helen hat uns erzählt, dass Susi damals mit ihrer Tochter vor Kevin „geflüchtet“ ist und sich hier in Neuseeland eine eigene Existenz aufgebaut hat. Vor etwa zwei Jahren kam Kevin hinterher gereist und die beiden haben sich scheinbar wieder vertragen. Beide sind etwas egozentrisch, wie uns Helen bereits vorgewarnt hat. So hängt an ihrem Kühlschrank beispielsweise ein Magnet mit der Aufschrift „Zuhören und den anderen ausreden lassen“ – sie wissen also durchaus, wo ihre Schwächen in der Kommunikation liegen. Die beiden sind in der Organic-Politik aktiv, gehen zu öffentlichen Anhörungen und vertreten ihre Meinung. Sie sind sehr unzufrieden, wie in Neuseeland mit diesem Thema und besonders den genmanipulierten Lebensmittel umgegangen wird. Ein paar Schimpfwörter haben wir in dieser Zeit auch gelernt. Susi meine einmal, Kevin sei nur nach Neuseeland gezogen, weil man hier eine Waffe haben darf. Und tatsächlich zählt es zu seinen Hobbys, die eingeschleppten Vogelarten abzuschießen. Wieder wurde noch deutlicher, wie die Neuseeländer kämpfen müssen, um die ursprüngliche Natur zu erhalten. Die Schuhuntersuchung am Flughafen wird immer plausibler.</p>
<p>Die beiden und ihre naturnahe Lebensweise unterscheiden sich sehr von dem, was wir sonst so kennen gelernt haben, aber am Ende der Woche müssen wir zugeben: Wir haben uns daran gewöhnt und angefangen, ihre Art und Motivation zu verstehen und zu mögen.</p>
<p>Ein Highlight der Woche war für mich der Pubbesuch in Upper Moutere – der angeblich älteste Pub in Neuseeland. Susi nahm uns am Samstagabend spontan mit dort hin, nachdem sie Kevin von dort abgeholt hatte (zu betrunken, um selbst zurück zu fahren). Die „Gypsy Pickers“ (<a href="http://www.gypsypickers.com/">http://www.gypsypickers.com/</a>), eine Hippiefrau und ein kubanisch-maffiamäßig-aussehender Hippiemann, die ganz toll Gitarre, Banjo und sonstige lustig aussehende Instrumente spielten und toll dazu singen konnten, traten an diesem Abend dort auf. Die Sängerin war für mich die Vorzeigefigur einer Hippiefrau: leicht gewellte lange blonde Haare, Schlaghose und Glitzer-Flower-Powertop. Die Liederauswahl war toll, viele bekannte Coversongs und alle sehr passend zu ihren Stimmen. Susi und mich hielt es nicht lange an der Bar und bald schwitzten wir (Ofen direkt neben der Tanzfläche) auf der kleinen Tanzfläche vor der Band. Der Pub unterschied sich von den „klassischen“ Pubs in seiner Offenheit und Helligkeit. Ein Billardtisch hielt die Jungs davon ab, sich zu überlegen, doch noch zu tanzen (wobei ich da bei Thomas langsam keine Hoffnung mehr habe). Ich trank ein leckeres Gingerbier – Ingwer ist hier in Neuseeland z.B. in Keksen etc. ein favorisiertes Gewürz. Die Jungs bekamen von Susi je einen Biertest spendiert: 4 kleine Gläser verschiedener neuseeländischer Biere, die sie auf einem Bierdeckel bewerten konnten. An einer Pinnwand hingen neben Ankündigungen für die nächste „Quiltshow“ die Statistiken zu den Bierbewertungen. Der Barmann war etwas schockiert von unseren zwei kritischen deutschen Jungs, die keine bessere Punktzahl als 7 vom 10 gaben. Auf dem Rückweg fuhr ich dann Susis Auto, während sie den Pickup von Kevin nach Hause brachte. Schade, irgendwann möchte ich auch einmal so einen Pickup fahren! Die gibt es hier zu hauf, meistens von der australischen Marke Holden &#8211; sehr schön designt, in grellem grün oder anderen knalligen Farben. Jetzt am Ende waren wir dann sogar ein bisschen traurig, schon wieder abreisen zu müssen, aber auch ein wenig erleichtert, in unser gemütliches Hostel zurückzukehren. Wir sehen aber sicher beide unserer Wwoofingfamilien auf dem Wochenendmarkt wieder.</p>
<p>Uns wird „the brisk jung ploughboy“ im Ohr bleiben, ein Lied, das Kevin für seine monatlichen Pubauftritte jeden Tag geübt hat. An jedem ersten Donnerstag im Monat findet im Pub eine Folknight statt, bei der jeder der möchte, musizieren kann. Kevin hat es sich zur Aufgabe gemacht, alte vergessene britische Lieder zu lernen und den anderen vorzusingen. Ansonsten treten dort wohl hauptsächlich Schotten und Iren auf. Am übernächsten Donnerstag sind wir auch dabei, vielleicht lässt sich Jere ja noch überreden, seine Gitarre mitzubringen.</p>
<p>Jetzt sind wir wieder im gemütlichen, sauberen „Bug“-Hostel und haben alle unsere Klamotten gewaschen, um die Landluft wieder los zu werden. Hier ist nun die Wintersaison angebrochen: Nur noch wenige Gäste sind da und jede siebente Nacht ist umsonst. Die Tage werden kürzer und kälter. Der Hostelbesitzer meinte, eigentlich sei der Mai viel kälter und der erste Frost würde einsetzen. Wir haben also bisher mit dem fast durchweg tollen Wetter und der noch immer brennenden Sonne wirklich Glück. Die ersten Tage beschäftigen wir uns hier noch mit ein paar kleinen Designaufträgen und Arbeiten und dann geht es darum, einen Job zu finden. Wir sind gespannt und ein wenig nervös, ob wir das schaffen und welche Tätigkeit es am Ende wird. Doch vorher verdunkelt sich mein Horizont noch mit einer Vorahnung… Die sonnige Zeit wird knapp und so sollten wir, wenn wir es noch vor dem Winter machen wollen, den Abel Tasman Park besuchen. Besuchen bedeutet: Den Rucksack mit Essen und Klamotten für 2-5 Tage und für die Übernachtungen in den Huts voll packen und loslaufen. Wir werden sehen…</p>

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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/susieampkevin/image06.jpg" title="ausrangiertes Auto auf dem Hof" rel="lightbox[set_30]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/susieampkevin/image08.jpg" title="Määääh" rel="lightbox[set_30]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/susieampkevin/image09.jpg" title="Die Ähnlichkeit zu einem Reh ist unabstreitbar" rel="lightbox[set_30]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/susieampkevin/image10.jpg" title="Auch Jere hat Freunde gefunden, mit denen er sich unterhalten kann." rel="lightbox[set_30]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/susieampkevin/image12.jpg" title="Jere kommt beim Flirt mit den Ziegen gut an..." rel="lightbox[set_30]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/susieampkevin/image14.jpg" title="Jere schafft den Ausbruch aus dem Stall" rel="lightbox[set_30]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/susieampkevin/image16.jpg" title="Susie an der Melkmaschine" rel="lightbox[set_30]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/susieampkevin/image17.jpg" title="Diskussion mit einer Ziege" rel="lightbox[set_30]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/susieampkevin/image18.jpg" title="Gedrängel am Futternapf - eine Ziege hat sich hierbei ein Horn abgestoßen" rel="lightbox[set_30]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/susieampkevin/image19.jpg" title="Wozu wohl das Trampolin auf der Kuhweide steht?" rel="lightbox[set_30]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/susieampkevin/image20.jpg" title="letzte Reste auslecken" rel="lightbox[set_30]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/susieampkevin/image27.jpg" title="auf dem Rückweg nach Nelson entdeckt - was auch immer das sei" rel="lightbox[set_30]" >
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			<a href="http://www.ganzrechtsunten.de/wp-content/gallery/susieampkevin/image29.jpg" title="Während Claudi auf Schnappschussjagt geht, chillen die Jungs im Auto." rel="lightbox[set_30]" >
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		<title>Farmarbeit mit Milch und Ei</title>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 23:01:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>czery</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier ist die Fortsetzung zum vorherigen Video, die uns bei der Arbeit auf der Farm zeigt. Natürlich haben wir noch einiges mehr gemacht, die Kamera war aber leider nicht immer mit dabei. Viel Spaß]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier ist die Fortsetzung zum vorherigen Video, die uns bei der Arbeit auf der Farm zeigt. Natürlich haben wir noch einiges mehr gemacht, die Kamera war aber leider nicht immer mit dabei.</p>
<p>Viel Spaß</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/embed/7W-ow-W5Cz4" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
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		<title>Stadtkind auf dem Land</title>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 15:52:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>czery</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da der Bericht über unsere zweite Wwoofing-Stelle immernoch in der Mache ist, gibt es hier nun das erste Video hierzu &#8211; wir kommen bei Susie und Kevin an und sehen uns ein wenig auf der Farm um. Die Fortsetzung folgt bald&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da der Bericht über unsere zweite Wwoofing-Stelle immernoch in der Mache ist, gibt es hier nun das erste Video hierzu &#8211; wir kommen bei Susie und Kevin an und sehen uns ein wenig auf der Farm um. Die Fortsetzung folgt bald&#8230;</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/embed/4nuxVwl0SzU" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
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		<title>Baum pflanzen</title>
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		<pubDate>Sat, 15 May 2010 04:39:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>czery</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diesmal gibts zuerst das Video, bevor der Bericht veröffentlicht wird. Dieser ist nämlich noch nicht geschrieben und das kann noch ein wenig dauern, da wir immernoch am Arbeiten sind. Zwar haben wir unsere erste Wwoofing-Stelle bei Helen und Dougal verlassen, sind aber wie angekündigt zu deren Bekannten gegangen, um auf einer kleinen Farm mit vielen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesmal gibts zuerst das Video, bevor der Bericht veröffentlicht wird. Dieser ist nämlich noch nicht geschrieben und das kann noch ein wenig dauern, da wir immernoch am Arbeiten sind. Zwar haben wir unsere erste Wwoofing-Stelle bei Helen und Dougal verlassen, sind aber wie angekündigt zu deren Bekannten gegangen, um auf einer kleinen Farm mit vielen Ziegen, Schafen und einigen Kühen zu helfen. Mehr dazu gibt&#8217;s ebenfalls im nächsten Textbeitrag.</p>
<p>Dieses Video zeigt nun unseren letzten Tag bei Dougal und Helen, an dem wir einen Baum gepflanzt haben. </p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/embed/chg6n4VMKVk" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
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		<title>Steiler Hang mit stachligen Kollegen</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2010 19:41:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>czery</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gastfamilie]]></category>

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		<description><![CDATA[Das erste Video zum letzten Textbeitrag zeigt unsere erste Arbeitsstelle in Neuseeland: ein Haus mit toller Aussicht an einem sehr steilen Hang, an dem es massig Brombeeren und anderes Unkraut zu entfernen gilt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das erste Video zum letzten Textbeitrag zeigt unsere erste Arbeitsstelle in Neuseeland: ein Haus mit toller Aussicht an einem sehr steilen Hang, an dem es massig Brombeeren und anderes Unkraut zu entfernen gilt.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/embed/bVvDKRz4z3k" frameborder="0" allowFullScreen="true"> </iframe></p>
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